Meldung vom 17.11.2025 Einweihung Radweg
Asphaltierung zahlt das Staatliche Bauamt – Grafling übernimmt Planungs- und Unterhaltungskosten
Mitten durch Graflinger Wälder führt der von Diessenbach bis kurz vor Grub neu asphaltierte Radweg entlang der Waldbahn und parallel zur Bundesstraße B11. Am Mittwochvormittag ist dieses gut vier Kilometer lange Teilstück des „kleinen“ Böhmradwegs München-Deggendorf-Prag von Landrat Bernd Sibler, Bürgermeister Anton Stettmer und Martin Ebner vom Staatlichen Bauamt im Beisein von Bürgermeistern, Gemeinderäten, Firmenvertretern und weiteren Ehrengästen feierlich seiner Bestimmung übergeben worden. Im Rahmen der kurzen Einweihungszeremonie wurde allseits betont, dass das Fahrrad, insbesondere wenn es elektrifiziert ist, als praktisches und gesundes Verkehrsmittel ebenso wie als Freizeitvergnügen immer wichtiger werde. Vor diesem Hintergrund sollte noch stärker in die Attraktivität des Radwegenetzes investiert werden, waren sich die Festredner einig.
Bürgermeister Anton Stettmer blickte zurück bis ins Jahr 1978, als der ursprüngliche Forstweg im „Niemandsland“ zwischen der Gemeinde Grafling und der Altgemeinde Bergern und zur Erschließung von mehreren, inzwischen weggefallenen Bahnübergängen erbaut worden war. Die Baukosten hatten damals die Deutsche Bahn und das Forstamt übernommen, die Straßenbaulast traf die Gemeinde Grafling. Im Jahr 2009 erfolgte der Ausbau zum Radweg durch EU-Fördermittel und die Radwegförderung über die ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung) Donau Wald.
Am Rande einer B11-Veranstaltung kam dann ein Angebot von dem ehemaligen Leiter des Staatlichen Bauamts Robert Wufka, in Arzting am Waldbahnhaltepunkt eine neue, optimierte Fahrradrampe zu bauen und ab Diessenbach den bestehenden Forst- und Fahrradweg auf gut vier Kilometern zu asphaltieren. Die Gemeinde müsste dabei lediglich entstehende Planungskosten übernehmen, während das Staatliche Bauamt jeweils die Baukosten zahle. „Beide Projekte sind jetzt abgearbeitet“, stellte Stettmer zufrieden fest. Lediglich die Beschilderung des Radwegs stehe noch aus. Der Radweg ermögliche eine sichere Verkehrsverbindung, stehe für nachhaltige Mobilität und setze ein Zeichen in Sachen Klimaschutz.
Insgesamt habe es ein unkompliziertes Zusammenwirken gegeben zwischen Planung (Ingenieur Hans Moosbauer und Landschaftsarchitekt Georg Kestel), zu beteiligenden Grundstückseigentümern, dem Staatlichen Bauamt, das die Baukosten in Höhe von (siebenhundertsechzigtausend) 760.000 Euro finanziert habe, und der Firma Streicher, die die Bauabwicklung unfallfrei umgesetzt habe. „Ich hoffe, die Grundstückseigentümer, Waldbesitzer, Radfahrer und Anwohner werden den neu asphaltierten Radweg auch in Zukunft gemeinsam und in gegenseitiger Rücksichtnahme nutzen“, appellierte Bürgermeister Stettmer.
Landrat Bernd Sibler hob hervor, dass nunmehr im Graflinger Tal ein funktionales Nebeneinander von Auto (B11), Waldbahn (Schiene) und Fahrrad (mit eigenem Radweg) bestehe. Er bedankte sich bei allen, die dazu beigetragen haben, dass das Projekt gelungen ist. „Es ist mir wichtig, dass alle Stellen im öffentlichen Dienst - Gemeinde, Landkreis und staatliche Fachstellen - gut zusammenarbeiten“, betonte Sibler. Auch das sei ein Ergebnis von politischem Handeln und zeige, dass der Staat funktioniere. Angesichts der ansteigenden Bedeutung des Fahrrades sei es gut, dass die Radl-Infrastruktur weiter wachse. Auch der Landkreis Deggendorf treibe die Radwegeplanung voran. Der dafür erforderliche Grunderwerb bilde dabei wohl das größte Problem, gab Sibler zu Bedenken. Deshalb freue ihn die erfolgreiche Realisierung des Graflinger Radwegeprojektes ganz besonders.
„Von einem Alltagsradweg könne man nur sprechen, wenn er bequem für die Leute ist“, sagte Martin Ebner vom Staatlichen Bauamt, der selbst mit einem Dienstrad zur Einweihung gekommen war. Die Asphaltierung dieses Radweges könne man als weiteres „Mosaiksteinchen“ betrachten, um Radfahren attraktiver zu machen. Erstmals sei von seinem Amt eine Breite von 3,5 Metern gefördert und umgesetzt worden. Er selbst fahre seit etlichen Jahren mit dem Rad in die Arbeit nach dem Motto „Sport ist die beste Medizin“. Planer Hans Moosbauer und Projektleiter Martin Schaffhauser dankten für ihre Aufträge und lobten wechselseitig die gute, konstruktive Zusammenarbeit von allen Beteiligten.
Für das leibliche Wohl der Festgäste sorgte Bürgermeistergattin Maria Stettmer zusammen mit Werner Vaitl, Wirt der Freiwilligen Feuerwehr Grafling. Teilgenommen haben auch die Graflinger Bürgermeisterkollegen Markus Haftner und Hans Knogl, die Gemeinderätinnen Birgid Weberbauer und Rosemarie Kammer, die Bürgermeister der Nachbargemeinden Gaby Wittenzellner (Achslach), Andreas Eckl (Prackenbach), Hans Dachs (Zachenberg) und Herbert Preuß (Kollnburg) sowie die Graflinger Bauhofleiter Christian Heimann und Willi Knogl ebenso wie Polier Tom Metzger von der bauausführenden Firma Streicher.
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